Pressemitteilung der UWG vom 02.09.2026

Die Aussicht auf rund 50 Millionen Euro für Wilhelmshaven ist eine große Chance, einen Teil

des erheblichen Investitionsstaus unserer Stadt abzubauen. OB-Kandidat Frank Uwe Walpurgis

(UWG) warnt jedoch davor, das Geld bereits vor der Kommunalwahl öffentlich zu verteilen.

„Kaum stehen die rund 50 Millionen Euro im Raum, werden schon Forderungen erhoben und

Wünsche formuliert, wofür das Geld ausgegeben werden soll. Die WIN@WBV fordert

erhebliche Millionenbeträge für Straßen und Wege, die SPD trifft sich mit Vereinen und spricht

darüber, welche Bereiche von dem Geld profitieren sollen. Wenige Tage vor der Wahl halte ich

einen solchen Überbietungswettbewerb für unseriös.“

Walpurgis betont, dass der Investitionsbedarf Wilhelmshavens die zur Verfügung stehenden

Mittel um ein Vielfaches übersteigt. Allein den tatsächlichen Sanierungsbedarf bei Straßen, Rad-

und Fußwegen schätzt er inzwischen auf eine Größenordnung von bis zu 300 Millionen Euro.

„Wie viele Millionen Euro es am Ende sind, ist dabei gar nicht entscheidend. Entscheidend ist,

dass 50 Millionen Euro zwar sehr viel Geld sind, wir damit aber längst nicht alle Probleme lösen

können. Wer jetzt den Eindruck vermittelt, wir könnten plötzlich überall Millionen verteilen,

streut den Menschen Sand in die Augen.“

Auch Sport und Kultur müssen nach Ansicht der UWG bei der Verwendung der zusätzlichen

Mittel berücksichtigt werden. Beide Bereiche seien ein wesentlicher Bestandteil der

Lebensqualität und des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Wilhelmshaven. Allerdings gebe es

auch dort bereits Projekte, über die politisch längst entschieden worden sei. Als Beispiel nennt

Walpurgis den geplanten Kunstrasenplatz für den STV Wilhelmshaven in Voslapp. Der Rat hatte

bereits im Oktober 2025 die Wiederaufnahme und Umsetzung der Maßnahme beschlossen.

„Wenn wir uns im Rat über solche notwendigen Investitionen bereits verständigt haben, muss

zunächst sichergestellt werden, dass diese auch umgesetzt werden. Es wäre schon

merkwürdig, wenn wenige Tage vor einer Wahl der Eindruck entstünde, bereits beschlossene

oder auf den Weg gebrachte Maßnahmen müssten nun erst durch neue Wahlversprechen

gerettet werden.“

Walpurgis fordert deshalb, nach Klarheit über die tatsächlich zur Verfügung stehenden Mittel

zunächst eine transparente Prioritätenliste zu erstellen. Dabei müsse geprüft werden, welche

Investitionen besonders dringend seien, welche Fördermöglichkeiten zusätzlich genutzt werden

könnten und welche Folgekosten durch neue Projekte entstünden. „Dieses Geld gehört weder

WIN@WBV noch der SPD, keiner anderen Partei und auch keinem OB-Kandidaten. Es gehört

unserer Stadt und damit den Bürgerinnen und Bürgern! Über seine Verwendung muss deshalb

nach sachlichen Kriterien und nicht nach der Frage entschieden werden, wer wenige Tage vor

der Wahl die längste Wunschliste präsentiert.“

Für die UWG sind Investitionen in Straßen und Wege ebenso notwendig wie Investitionen in

Sport, Kultur, Schulen und andere Teile der städtischen Infrastruktur. Entscheidend sei eine

vernünftige Reihenfolge. „Wir haben die seltene Gelegenheit, mit einem erheblichen

zusätzlichen Betrag tatsächlich etwas für Wilhelmshaven zu bewegen. Diese Chance sollten wir

nicht durch vorschnelle Versprechungen verspielen. Erst den Bedarf feststellen, dann

Prioritäten setzen und schließlich gemeinsam entscheiden – das ist vielleicht weniger populär,

aber verantwortungsvoller.“