Die Unabhängige Wählergemeinschaft Wilhelmshaven (UWG) spricht sich weiterhin klar gegen die aktuellen Planungen zur Errichtung einer Stadthalle in unmittelbarer Nähe des Pumpwerks aus. Aus Sicht der UWG ist dieses Projekt weder finanziell, gesellschaftlich noch ökologisch verantwortbar.
Die geschätzten Kosten für den Bau einer Stadthalle liegen bei rund 60 Millionen Euro – davon von der Stadt in Höhe von 15 – 25 Mio. als Eigenanteil zu tragen – stellen eine immense Belastung für den städtischen Haushalt dar. „In einer Zeit, in der die finanzielle Lage der Stadt ohnehin angespannt ist, dürfen solche kostenintensiven Projekte nicht weiterverfolgt werden“, betonen Jörg Kutscher, einer der Mitinitiatoren des Bürgerbegehrens, sowie UWG-Ratsfraktionsvorsitzender Frank Uwe Walpurgis. „Das städtische Kreditvolumen inklusive der Liquiditätskredite beläuft sich auf mittlerweile einer halben Milliarde Euro. Und nicht zu vergessen, dass bereits jetzt mit einem Zuschussbedarf von 2 Mio. pro Jahr kalkuliert wird, der sich auch erhöhen wird. Gelder für freiwillige Leistungen sind kaum noch im städtischen Haushalt abbildbar und dann soll noch mehr Geld gebunden werden.“
Darüber hinaus würde der Bau der Stadthalle erhebliche Eingriffe in die Natur erfordern. Zahlreiche Bäume im Pumpwerkpark müssten gefällt und große Flächen versiegelt werden, merken die stv. Vorsitzenden Petra Stomberg und Uwe Liske an. Dies steht im krassen Widerspruch zu den Bemühungen um den Umwelt- und Klimaschutz, die für Wilhelmshaven eine zentrale Rolle spielen sollten und wofür es bereits einschlägige Ratsentscheidungen gibt.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die mangelnde Infrastruktur. Bereits jetzt zeigt sich, dass die Zahl der vorhandenen Parkplätze in der Umgebung bei Weitem nicht ausreicht, um ein solches Großprojekt zu unterstützen. Dies würde zu erheblichen Verkehrsproblemen und einer weiteren Belastung der Anwohner führen, so Markus Kiehling, verkehrspolitischer Sprecher der UWG. Und die Aussagen, Gäste von außerhalb würden die Bahn nutzen, sind ein Alibiargument. Bei den teils unsicheren Zugverbindungen und häufigen Baustellen werden die Reisenden dieses Risiko kaum auf sich nehmen.
Die Bürgerbefragung im Jahre 2020 hat eindeutig den Wunsch der Bevölkerung dargestellt. Wenn es schon eine Stadthalle geben soll, dann sind die Standorte Grenzstraße und Friedenstraße erwünscht. Aber durch entsprechende „Gutachten“, beauftragt durch die Verwaltung, soll die Öffentlichkeit entsprechend umgestimmt werden, ergänzt UWG-Ratsmitglied Horst Walzner. „Und ein Konzept, so wie es 2019 im OB-Wahlkampf Carsten Feist versprochen hat, liegt auch nicht vor. Es ist alles ein Trauerspiel!“
„Die UWG steht für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Stadtentwicklung, die sowohl den Menschen als auch der Natur zugutekommt und finanzielles Harakiri ausschließt. Eine Stadthalle am Pumpwerk ist das Gegenteil davon“, so die UWG abschließend. „Deshalb beim Bürgerentscheid am 1. Dezember mit „JA“ stimmen, wenn man gegen den Bau ist.“
